Die erste Lösung, die unstrukturierte Gesundheitsdaten automatisch in prüffähige, standardisierte Voranfragen übersetzt, bei vollständiger Integration der Versicherer-Infrastruktur.
Hannover, Juni 2026 – vers.diagnose, die führende Plattform für digitale Risikoprüfungen in der Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung, hat die Entwicklung einer KI-gestützten Anwendung zur vollständigen Automatisierung von Risikovoranfragen (RVA) gestartet. Die Lösung analysiert unstrukturierte Gesundheitsdaten aus PDFs, Scans und Freitexten automatisch, strukturiert sie und bereitet sie zu qualitätsgesicherten, direkt prüffähigen Voranfragen auf. Einer der arbeitsintensivsten und fehleranfälligsten Prozesse im biometrischen Versicherungsgeschäft soll grundlegend digitalisiert werden, zum Vorteil für Kunden, Vermittler und Versicherer.
Risikovoranfragen: Enormer Aufwand, minimaler Ertrag
Eine Branchenbefragung unter Maklern und Versicherern durch die Versicherungsforen Leipzig, die 60 % des Markts abdeckt, ergab, dass branchenweit monatlich durchschnittlich 700 Voranfragen eingehen, bei den Marktführern bis zu 3.000, deren Bearbeitung rund 16 % der Kapazitäten bindet. Diesem Aufwand steht eine Abschlussquote von lediglich rund 10 % gegenüber.
Die Befragung ergab zudem eine klare Einschätzung zu den Ursachen: Die Marktteilnehmer nannten insbesondere unstrukturierte Daten und große Dokumentumfänge verbunden mit kurzen Rückmeldefristen als zentrale Herausforderungen im Bearbeitungsprozess. Daraus folgen in der Praxis häufig Rückfragen, Medienbrüche und verzögerte Entscheidungen.
Kerndaten
- Median 700 RVA-Vorgänge pro Monat (branchenweit); > 3.000 bei volumenstarken Häusern
- Ø 15 Minuten Bearbeitungszeit je Voranfrage
- 16 % der Risikoprüfungs-Kapazitäten gebunden
- Nur ca. 10 % führen zu einem Vertragsabschluss
- 85 % der Voranfragen werden durch Makler initiiert
Quelle: Marktbefragung der Versicherungsforen Leipzig unter Maklern und Versicherern.
Die Lösung: Von der unstrukturierten Eingabe zur prüffähigen Voranfrage
Die KI-gestützte Lösung von vers.diagnose setzt exakt an dieser Stelle an. Der Ablauf gliedert sich in vier Stufen:
- Unstrukturierte Dokumente (PDFs, Scans, Freitexte, Arztberichte) werden automatisch erkannt, analysiert und klassifiziert.
- Die KI greift auf das individuelle Regelwerk und die Votensätze des jeweiligen Versicherers zu. Wird beispielsweise eine Diagnose eingegeben, generiert das System automatisch die passenden versichererspezifischen Risikofragen – vollständig und standardisiert.
- Vermittler erhalten eine konsolidierte Übersicht der relevanten Gesundheitsinformationen, können diese prüfen und ergänzen.
- Versicherer erhalten qualitätsgesicherte, strukturierte Voranfragen, die direkt begutachtet werden können. Am Point of Sale wird ein qualifizierter Votierungsvorschlag ausgegeben.
Der Gesamtprozess wird dadurch auf unter 23 Minuten reduziert. Marktteilnehmer schätzen, dass sich der Gesamtaufwand für Risikovoranfragen um mehr als 50 % senken lässt. Im Fall von negativer Vorentscheidung ermöglicht die strukturierte Datenbasis weitere Schritte – etwa eine differenzierte Bewertung, die Einholung zusätzlicher Informationen oder den Übergang in alternative Angebote.
„Risikovoranfragen scheitern heute selten an der medizinischen Bewertung, sondern an unstrukturierten Informationen. Genau dort setzen wir an und schaffen die Grundlage für schnellere und nachvollziehbare Entscheidungen.“ Fabian Van Lancker, Geschäftsführer vers.diagnose
KI als Entscheidungsvorlage – nicht als Entscheidungsträger
Die KI trifft dabei keine eigenständigen Entscheidungen, sie bereitet ausschließlich Entscheidungsvorlagen vor. Die finale Votierung obliegt in vollem Umfang dem Versicherer. Jedes Haus behält die Hoheit über seine Votensätze und Regelwerke – die KI nutzt diese, ohne sie zu verändern. Architektur und Prozesse der Anwendung sind auf DSGVO-Konformität sowie die Anforderungen des Versicherungsaufsichtsrechts (VAG) abgestimmt und entsprechen den regulatorischen Vorgaben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).
Mehrwert für alle Beteiligten
Die Lösung adressiert alle drei Seiten des Marktes:
- Kunden erhalten früher Klarheit über die Versicherbarkeit ihres Risikos. Entscheidungen fallen schneller, Unsicherheiten werden reduziert, damit steigt die Abschlusswahrscheinlichkeit.
- Vermittler sparen Vorarbeit, erhalten weniger Rückfragen und können Voranfragen deutlich schneller einreichen – mehr Zeit für aktive Kundenberatung.
- Versicherer erhalten strukturierte, vergleichbare Daten auf Basis ihrer eigenen Votensätze und reduzieren den manuellen Bearbeitungsaufwand erheblich – bei unveränderter Kontroll- und Entscheidungshoheit.
Entwicklung mit starken Partnern
Die Anwendung wurde in enger Zusammenarbeit mit dem IT-Dienstleister Senacor sowie im Rahmen einer strategischen Partnerschaft mit den Versicherungsforen Leipzig entwickelt. Die Versicherungsforen Leipzig sind das führende Netzwerk für Wissenstransfer und Innovationsthemen in der deutschsprachigen Versicherungswirtschaft. Senacor ist ein auf Finanzdienstleister spezialisierter Technologiepartner mit nachgewiesener Expertise in der Entwicklung regelkonformer Systeme.
Hinweis zur Datengrundlage
Die genannten Angaben basieren auf einer nicht repräsentativen Marktbefragung der Versicherungsforen Leipzig unter Maklern und Versicherern. Aufgrund der breiten Beteiligung und einer Marktabdeckung von rund 60 % des Neugeschäfts liefern die Ergebnisse eine aussagekräftige Einschätzung.
Über vers.diagnose
vers.diagnose ist die führende Plattform für digitale Risikoprüfungen und Antragsprozesse in der Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie ermöglicht Vermittlern und Versicherern effiziente, transparente und sichere Abläufe und vereinfacht so den Beratungsalltag bei gleichzeitig höherer Abschlussquote.
Mehr Informationen unter: https://www.versdiagnose.info
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